Studie zeigt: Multifunktionshalle in Gummersbach ist machbar - aber nur bei professionellem Management

Von Bernd Vorländer
Gummersbach - Seit drei Jahren liegt eine Diplomarbeit der Fachhochschule vor, die sich intensiv mit den Realisierungschancen eines Hallenbaus befasst.

René Manz ist Handball-Fan - und Wirtschaftsinformatiker. Schon lange, bevor sich Gummersbacher Stadtspitze, Politik und Vereinsmanagement um eine neue Halle auf dem Steinmüller-Areal bemühten, hat sich der Absolvent der Fachhochschule intensiv mit der Thematik befasst. Auf über 70 Seiten seiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 ist nachzulesen, dass eine Halle im Herzen der Kreisstadt absolut machbar ist - wenn bestimmte Grundsätze beachtet werden. Auch der Stadt, dem Kreis sowie dem VfL Gummersbach liegt die Arbeit, die seinerzeit mit dem Kienbaum-Förderpreis ausgezeichnet wurde, seit Jahren vor. „Doch bei mir hat sich nie jemand gemeldet“, klingt Manz enttäuscht. Wo die Gummersbacher Stadtverwaltung derzeit noch eine Expertise des Jahres 2007 unter Verschluss hält, in der die Möglichkeiten einer Finanzierung des Hallenbaus beleuchtet werden, hätte ein Blick in die Arbeit des Wirtschaftsinformatikers genügt, um manche Frage zu beantworten.

Manz hält eine Verengung bei der Planung auf eine reine Sportstätte für nicht besonders klug. Dies sei für private Investoren nicht interessant, und bei den späteren Betriebskosten der Halle komme man nicht annähernd in den Bereich einer „Schwarzen Null“, da es nur rund 25 zuschauerträchtige Veranstaltungen im Jahr gebe. Der FH-Absolvent hat in seiner Arbeit drei Hallen-Varianten untersucht und kommt zu dem Schluss, dass sich auch die mit zwölf Millionen Euro teuerste Alternative als Multifunktionshalle für 4.000 bis 5.000 Zuschauer rechnet. „Mit einer neuen Halle könnten viele größere Veranstaltungen der Region nach Gummersbach gelockt werden“, ist Manz überzeugt. Von Parteitagen über Messen bis zu Sammlermärkten sei vieles denkbar.

Die Erstellungskosten der Halle sieht Manz nicht als das eigentliche Problem an. Zum einen seien Zuschüsse im Rahmen der Landesförderung für bedeutende überregionale Sportstätten - auch bei einem Handball-Landesleistungsstützpunkt - denkbar. Zum anderen gebe es die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit der Fachhochschule. Dies habe zwei Vorteile. Die Studenten benötigten in der Nähe Hallenzeiten, um selbst Sport treiben zu können, und schließlich gebe es in diesem Fall auch Bundesmittel des Wissenschaftsministeriums von bis zu 40 Prozent der Gesamtinvestitionen.

Entscheidend für das Wohl und Wehe einer Multifunktionshalle seien jedoch die Betriebskosten. Rund 60 Veranstaltungen im Jahr sieht Manz als ausreichend an, um die Halle Kosten deckend zu betreiben. „Der entscheidende Faktor ist dabei das Managementgeschick. Dessen Qualität bestimmt die endgültigen Baukosten und die späteren Betriebskosten“, glaubt der Verfasser der Diplomarbeit. Nur hohe Kompetenz und Professionalität der handelnden Akteure könnten attraktive Veranstaltungen in die Kreisstadt holen, Kosten durchleuchten und auf ein Minimum senken, und alle verfügbaren Einnahmequellen nutzen, empfiehlt Manz den Stadtvätern bei der Auswahl des Managements größte Sorgfalt walten zu lassen.

oberberg-aktuell.de vom 11.12.2007



Leserbrief zum DHB-Pokalspiel in Gummersbach

Jochen Becker fordert die VfL-Fans auf, in Scharen zu der Partie gegen Göppingen zu kommen, um auch ein Zeichen für eine neue Halle in Gummersbach zu setzen.

Endlich wieder Handball in Gummersbach. Am morgigen Dienstag tritt der VfL Gummersbach im Rahmen des DHB-Pokals wieder in der Eugen-Haas-Halle an. Gegner ist Frisch Auf Göppingen, wo der VfL erst vor zwei Wochen nach großem Einsatz mit 34:32 gewinnen konnte. Leider verlief der Vorverkauf bis Ende letzter Woche laut Geschäftsstelle nicht vielversprechend. In den vergangenen Wochen konnte man in den Medien bezüglich der Handballspiele des VfL in der Kölnarena viel über unzufriedene Zuschauer, lange Anreisen, viele Mittwochsspiele, hohe Eintrittspreise und einen enormen Zuschauereinbruch lesen.

Aus diesem Grund, und natürlich auch vor dem Hintergrund einer neuen Ballsporthalle in Gummersbach möchte ich alle VfL-Fans und Gummersbacher aufrufen: ‚Füllt die Halle bis auf den letzten Platz’. So können wir ein Zeichen setzen für alle Verantwortlichen, die sich für eine neue Halle in Gummersbach engagieren. Wir Gummersbacher stehen zu unserem VfL, aber wir möchten in Zukunft nicht für jedes Handballspiel in die Kölnarena fahren. Ich habe meine Eintrittskarten für die Partie gegen Göppingen bereits gekauft.

oberberg-aktuell.de vom 26.11.2007



VfL-Halle Thema im Ältestenrat

GUMMERSBACH. Mit einer neuen Ballsporthalle für den VfL Gummersbach befasste sich jetzt auch der Ältestenrat. Baudezernent Ulrich Stücker stellte den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und Grünen die Konzepte anderer Hallen vor, die er sich in den letzten Wochen angesehen hatte (wir berichteten).

SPD-Chef Hans-Egon Häring machte nach dem Treffen die Gründung einer Betreibergesellschaft zur Bedingung dafür, dass die SPD dem Projekt zustimmt. "Wir werden dem nicht im Weg stehen." An der Gesellschaft müssen sich nach seiner Meinung der VfL, die Wirtschaft und die Stadt Gummersbach beteiligen, wobei die Stadt "nicht die Führerschaft übernehmen soll".

In Zurückhaltung übte sich gestern CDU-Chef Heinz Uwe Tholl: "Ich will erst einmal mit den Leuten sprechen, die sagen, die Halle sei auf einem guten Weg." (ar)

OVZ vom 23.11.2007



Eine Ballsporthalle zum Schnäppchenpreis?

Gummersbach - In der Kreisstadt wird derzeit hinter verschlossenen Türen über Finanzierungsmöglichkeiten einer neuen Heimstatt für die VfL-Handballer nachgedacht.

In die Gummersbacher Hallendiskussion kommt wieder Bewegung. Bereits vor einigen Wochen hatte Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein in einem Interview mit Oberberg Aktuell angekündigt, dass er hinsichtlich einer großen Sporthalle in der Kreisstadt weiter am Ball bleiben wolle, er jedoch auch die heimische Wirtschaft und den VfL in der Verantwortung sehe, die Kosten für diese Investition mitzustemmen. Derzeit ist ein 75-seitiger „Erfahrungsbericht“ des Technischen Beigeordneten Ulrich Stücker zu den Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien unterwegs, in dem anhand von Beispielen aus der gesamten Republik Finanzierungsmodelle aufgezeigt werden, die anderenorts zum Bau einer Halle geführt haben. Die Parteien sollen sich ein Bild machen.

Helmenstein hat in der Vergangenheit in Gesprächen mit der heimischen Wirtschaft durchaus Interesse festgestellt, sich bei einem Hallenbau einzubringen. Eine bestimmte Option für eine Hallenfinanzierung wird jedoch derzeit noch nicht breit diskutiert. Es ist in eingeweihten Gummersbacher Kreisen ein offenes Geheimnis, dass Investoren eines neuen Einkaufszentrums auf dem Steinmüllergelände sich unter gewissen Umständen auch die Errichtung einer Ballsporthalle vorstellen könnten.

So wäre es bei einer EKZ-Verkaufsfläche von etwa 20.000 Quadratmetern durchaus denkbar, eine bis zu 4.000 Zuschauer fassende Halle zum Schnäppchenpreis zu erstellen, hatten Investoren in der Vergangenheit durchblicken lassen. Einzige Schwierigkeit: Die Gummersbacher Stadtväter hatten sich in der Vergangenheit auf eine Verkaufsfläche von höchstens 15.000 Quadratmetern festgelegt, um den heimischen Einzelhandel nicht zu gefährden. Inwieweit dieses Versprechen auch künftig noch Bestand hat, dürften die kommenden Wochen und Monate zeigen. Fest steht, dass die Gummersbacher Stadtverwaltung das Hallenthema weiter vorantreiben wird.

„Wir werden keines der untersuchten Modelle eins zu eins übernehmen können, aber wir wollen der Politik ein belastbares Konzept vorstellen“, sagt Bürgermeister Helmenstein. Zuvor seien noch zahlreiche Gespräche mit der heimischen Wirtschaft und dem VfL Gummersbach, nötig. Darüber hinaus müsse untersucht werden, wie groß die Fördertöpfe des Landes und der EU seien, aus denen man Zuschüsse zu erwarten habe. Er sei in diesem Punkt optimistisch, da etwa Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart bei der Einweihung der Fachhochschule deutlich gemacht habe, dass Gummersbach alles unternehmen müsse, um den „Faktor VfL“ in der Stadt zu halten.

Entscheidende Hürde für den Hallenbau dürften trotz eines Volumens von zwölf Millionen Euro nicht die Herstellungskosten sein. Vielmehr geht es darum, die Betriebskosten langfristig abzusichern, die Experten auf bis zu 300.000 Euro im Jahr schätzen. Zur Absicherung dieser Summe sehen die Stadtväter viele Akteure „mit im Boot“. Zum einen natürlich den VfL Gummersbach, aber auch heimische Unternehmen und den Oberbergischen Kreis, der sich in der Vergangenheit immer für eine „Gummersbach-Lösung“ ausgesprochen hatte. Damit die Diskussion über die Hallenzukunft nicht ausufert, will Helmenstein auch Expertenwissen hinzuziehen. „Wir wollen, dass ein Gutachter die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition von allen Seiten beleuchtet.“

oberberg-aktuell.de vom 12.11.2007



Neue VfL-Halle ruckt näher

Handballer, Stadt und heimische Wirtschaft müssen mitmachen

von ANDREAS ARNOLD

GUMMERSBACH. Hochklassige Champions-League-Spiele vor leeren Zuschauerrängen und immer mehr verärgerte VfL-Fans, die nicht zu jedem Heimspiel in die Kölnarena fahren wollen: Die letzten Wochen haben gezeigt, dass der Umzug der Handballer in die Domstadt nicht die erhofften Mehreinnahmen
von 200 000 Euro in die VfL-Kasse spült. Seitdem der VfL alle Heimspiele in Köln austrägt, werden die Rufe nach einer neuen Ballsporthalle in der Kreisstadt immer lauter. Derweil hat die heimische Wirtschaft Bürgermeister Frank Helmenstein signalisiert, sich an einer neuen Halle finanziell beteiligen zu wollen.

Über eine neue VfL-Halle ist in den letzten Jahren schon sehr viel gesprochen worden, ohne dass die Beteiligten tatsächlich einen Schritt weiter gekommen wären. Eine
unbefriedigende Situation, wie Helmenstein meint. Ginge es nach dem Bürgermeister, dann könnte der VfL demnächst wieder den größten Teil seiner Heimspiele in Gummersbach austragen, nur die Top-Spiele würden in Köln bleiben.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie andere Städte den Neu- und Umbau ihrer Ballsport- und Veranstaltungshallen gestemmt bekommen, nahm der Technische Beigeordnete Ulrich Stücker die Hallenkonzepte in Lemgo, Düren, Trier, Göppingen, Tübingen und Balingen unter Lupe. Seine Ergebnisse hielt er in einem 75-seitigen Bericht fest, den er gestern Morgen dem Verwaltungsvorstand vorstellte: Über die Ergebnisse wird die Stadt in den kommenden Tagen mit der Politik und dem VfL diskutieren. Details des Berichts will Helmenstein noch nicht öffentlich machen, verrät aber, dass auch in
Gummersbach Bau und Betrieb einer neuen Halle finanzierbar sind. Allerdings nur dann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dabei ist ganz entscheidend, dass ein künftiges Betreibermodell von drei Säulen - neben der Stadt Gummersbach der VfL sowie die heimische Wirtschaft und weitere Sponsoren - getragen wird. "Wenn nur eine davon wegbricht, geht es nicht", sagt Sportdezernent Peter Thome. Spätestens bis zum Ende der Saison will die Stadt Klarheit haben. Bis zum Sommer
soll auch bekannt sein, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um von EU, Bund und Land Fördermittel zu bekommen. Mit Blick darauf soll auch daran gearbeitet werden, dass die erfolgreiche Handball-Akademie des VfL Gummersbach schon bald den Status eines Landesleistungsstützpunkts bekommt.

OVZ vom 10.11.2007





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