INTERVIEW

Handball muss bleiben

Über die Einweihung der neuen FH und die sich daraus ergebenden Perspektiven für Gummersbach sprach Andreas Arnold mit Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart

Frage: Wie erleben Sie in Düsseldorf die Entwicklung auf dem Steinmüller-Gelände?

Pinkwart: Das ist ein großes Vorhaben für Gummersbach und die gesamte Region. Ich bin sicher, dass nach der Fertigstellung der FH weitere Investitionen folgen werden. Das Gelände wird sich so entwickeln, dass hier mehr Menschen arbeiten werden als früher bei Steinmüller. Ich wünsche mir für Gummersbach, dass sich bestehende Unternehmen weiter entwickeln und neue hinzu kommen.

Frage: Wäre die Entscheidung, mit der FH aufs Steinmüller-Gelände umzuziehen, auch heute noch möglich?

Pinkwart: Man muss die Chancen ergreifen,wenn sie sich bieten. Alle regionalen Akteure hatten damals den Mut, auf etwas Neues zu setzen und konsequent umzusetzen. Und bereits jetzt zahlt sich das aus.

Frage: Was sollte noch auf dem Steinmüller-Gelände angesiedelt werden?

Pinkwart: Gummersbach ist bekannt für seine exzellente Ausbildung und mittelständischen Unternehmen. Natürlich gilt das auch für den Spitzensport. Die Marke des VfL Gummersbach gilt es weiter auszubauen. Daher muss der Handball auch in Gummersbach bleiben, und ich bin mir sicher, dass die Region beim Thema Hallenneubau genau so einen Weg finden wird wie bei der Umsiedlung der FH.

OVZ vom 03.11.2007



Interview mit Hans-Peter Krämer zum Gummersbacher Hallenprojekt
„De facto ist nichts gescheitert“

Herr Krämer, nach dem „Hallengipfel“ im Gummersbacher Rathaus am 23. März war von einem Scheitern des Hallenprojektes die Rede, für das Sie – direkt oder indirekt – verantwortlich gemacht wurden.
Dies wurde an der vermeintlich gescheiterten öffentlichen Förderung des Hallen-Neubaus festgemacht. De facto ist aber nichts gescheitert. Diesen und weitere Sachverhalte habe ich auch in einem offenen Brief an Bürgermeister Helmenstein klargestellt.

Im Kern bestehen die Vorwürfe gegen Sie darin, ein Finanzierungskonzept verprochen zu haben, dass Sie aber in der Sitzung im Rathaus nicht vorweisen konnten.
Im November 2006 haben die Stadt und die VfL Handball Gummersbach GmbH verabredet, dass ich mich um die öffentliche Finanzierung kümmern soll. Im Dezember und Januar war ich dazu aus gesundheitlichen Gründen in der Lage. Danach habe ich innerhalb von sechs Wochen in der Vorbereitung auf den Gummersbacher Termin intensive Sondierungsgespräche mit Entscheidungsträgern der Sportpolitik geführt. Niemand würde sich anmaßen, in einer solch kurzen Zeit ein vollständiges und seriöses Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen. Ich habe auch keinen konkreten Termin dafür in Aussicht gestellt. Wer das erwartet hat, ist kein Kenner der komplizierten Materie.

Auf welchen Ebenen haben Sie die genannten Gespräche geführt?
Als Vizepräsident des DOSB (Anm.: Deutscher Olympischer Sport-Bund) habe ich das Thema mit dem dortigen Referenten für Sportstättenbau erörtert, denn die öffentliche Förderung auf Bundesebene setzt ein modifiziertes Nachwuchskonzept des DHB voraus, auf das ein positives Gutachten des DOSB folgen würde. Dieses könnte übrigens auch Wege für eventuelle Finanzierungen an anderen Standorten eröffnen, und man könnte auch prüfen, ob möglicherweise Geld aus europäischen Töpfen bereitgestellt wird. Der entsprechende Antrag kann aus rechtlichen Gründen nur vom VfL Gummersbach e.V. gestellt werden, nicht von der VfL Handball Gummersbach GmbH.

Mit dem Innenministerium haben Sie auch gesprochen?
Ja, ich habe auch dort unter anderem wegen unserer gemeinsamen Tätigkeiten in der Sportstiftung NRW gute Kontake zum Innenminister, Herrn Wolf, und den für den Sport zuständigen Stellen. Das Innenministerium ist grundsätzlich bereit, eine Finanzierung in Gummersbach wohlwollend zu prüfen, genau so, wie das in Lemgo gemacht wurde.

Welches Modell läge hierbei zu Grunde?
Es wurde, wohlgemerkt nicht seitens des VfL, immer eine Multifunktionshalle ins Gespräch gebracht. Die hiermit verbundenen Kosten von 15 bis 16 Mio. Euro wären auf jeden Fall zu hoch, das ist eine Tatsache. Uns würde eine gute Sporthalle mit zeitgemäßer Ausstattung reichen. Darüber habe ich auch mit Jan Tuik, Vorstandsmitglied Spielbetrieb der EHF, Gespräche geführt. Herr Tuik hat zum Beispiel die neue Halle in Celje, die, wovon wir uns selbst überzeugen konnten, hervorragend ist, beratend begleitet. Seine Meinung, die das Innenministerium NRW teilt, ist, dass man auch in Deutschland bei einer Kapazität von 5000 Zuschauern mit Kosten unter 10 Mio. Euro auskommen kann.

Warum kommt das Projekt in Gummersbach nicht voran?
Die Stadt hat mindestens sechs Jahre alleine schon für eine politische Willenserklärung gebraucht, nie ist etwas aus der Halle geworden. In der Stadt Gummersbach ist ein Widerstand zu spüren, der mich allmählich müde macht. Den Bürgermeister Frank Helmenstein nehme ich dabei aber ausdrücklich aus.

Wie geht es jetzt weiter?
Ich muss betonen, und ich sage das seit Jahren, dass der VfL Gummersbach in seiner Heimat Spitzenhandball spielen soll. Nur ist die Eugen-Haas-Halle sportlich und wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Es wäre fahrlässig von uns, keine Alternativen oder Interimslösungen bis zu dem Zeitpunkt, wo es in Gummersbach weiter geht, zu prüfen. Denkbar wäre zum Beispiel die kleine Variante der Kölnarena mit abgehängtem Oberrang für rund 8.000 Zuschauer.


vflgummersbach.de vom 10.04.2007 



VfL-Aufsichtsratschef Hans-Peter Krämer weist Vorwürfe hinsichtlich des Hallenbaus zurück

Gummersbach - In einem persönlichen Schreiben an Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein legt der VfL-Macher seine Sicht der Dinge dar. „Wer jetzt von einem Scheitern spricht, möchte dies gerne herbeireden.“ Krämer will sich nicht die Schuld für die bislang nicht feststehende Finanzierung geben lassen. Die Heimat des VfL Gummersbach bleibe der Oberbergische Kreis, und deshalb solle auch dort dauerhaft Spitzenhandball gespielt werden. Krämer macht deutlich, dass er Aufsichtsratsvorsitz in jüngere Hände legen will.

Die Replik ließ nicht lange auf sich warten. Noch am Dienstag hatte Frank Helmenstein aus seiner Enttäuschung über den so genannten Hallengipfel vor einer Woche keinen Hehl gemacht und indirekt auch Hans-Peter Krämer angegriffen, flatterte ihm heute ein dreiseitiges Schreiben ins Gummersbacher Rathaus, das auch OA vorliegt. Darin weist Krämer die unterschwellig gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Er habe sich, seitdem der politische Wille in Gummersbach feststehe, eine bundesligataugliche Halle bauen zu wollen, intensiv darum bemüht, Finanzwege aufzuzeigen. Sowohl in Brüssel, im NRW-Innenministerium als auch in Gesprächen in seiner Funktion als DOSB-Vizepräsident habe er überall Zustimmung und die Zusicherung der wohlwollenden Prüfung für einen Hallenbau erfahren.

„Mir jetzt in die Schuhe schieben zu wollen, die Finanzierung sei gescheitert, ist ein übler Scherz“, erklärt Krämer. Jeder Fachmann verstehe, dass man nach sechs Wochen intensiver Gespräche kein abschlussreifes Finanzkonzept vorlegen könne. Schließlich habe die Stadt sechs Jahre benötigt, um sich für die Halle auszusprechen. Die ständigen Störfeuer seien jedoch für ihn persönlich und das Projekt mehr als ärgerlich, heißt es weiter.

Kritik übt Krämer an DHB-Präsident Ulrich Strombach, der sich zunächst einer Zusammenarbeit verweigert habe. „Ein Motiv für sein Verhalten ist mir bis heute nicht klar“, meint Krämer. Der VfL-Boss ist nach eigenen Worten nach wie vor bereit, bei der Finanzierung der Halle zu helfen, schränkt aber ein: „Der Widerstand, den ich mit Ausnahme von Ihnen, Herr Helmenstein, in der Stadt Gummersbach spüre, macht mich langsam müde.“

Krämer macht deutlich, dass er in der Vergangenheit öfters geholfen habe, namhafte Summen, zum Teil siebenstellige Beträge, für sportlich, kulturelle und soziale Zwecke in der Region bereit zu stellen. „Ich bin ein großer Freund des Oberbergischen.“ Er empfiehlt der Stadt eine Arbeitsgruppe einzusetzen, „der auch die bislang zurückhaltenden Vereinsvorstände des VfL Gummersbach angehören sollten“. Deutlich stellt Krämer klar, dass er nicht allzu lange mehr als Aufsichtsratvorsitzender fungieren wolle. „Es besteht im Aufsichtsrat Einvernehmen, den Vorsitz in absehbarer Zeit in wesentlich jüngere Hände zu legen. Bis dahin möchte ich helfen, die nicht zuletzt durch die Hallenproblematik entstandene schwierige Situation zu entschärfen.“ Bis zum Bau einer Halle werde der VfL nach Interimslösungen suchen, „denn die Eugen-Haas-Halle ist wirtschaftlich und sportlich untragbar“.

oberberg-aktuell.de vom 29.03.2007



Helmenstein und Jobi diskutieren über Zuständigkeiten


Sobald Gummersbach ein Konzept für eine neue Ballsporthalle vorlegt, will sich auch der Kreis engagieren

von ANDREAS ARNOLD

GUMMERSBACH. An seiner Aussage, dass der VfL Gummersbach von kreisweiter Bedeutung ist, hat sich für Landrat Hagen Jobi nichts geändert. "Wenn wir aus dem Gummersbacher Rathaus ein Konzept für eine Ballsporthalle bekommen, werden wir uns mit dem Thema befassen", versicherte gestern Jobi.

Nach dem Scheitern des Hallen-Gipfels hatte Bürgermeister Frank Helmenstein im Stadtrat auch vom Kreis Taten eingefordert. Wie die aussehen, darüber sind sich Helmenstein und Jobi nach einem gestern Morgen geführten Telefonat aber noch nicht einig.

Jobi will, dass alle Bürgermeister mitziehen. Nur dann könnte der Kreis sich auch finanziell beteiligen, denn das Geld dafür müssten alle Städte und Gemeinden über die Kreisumlage mittragen. Während der Landrat es für Helmensteins Aufgabe hält, die Bürgermeisterkollegen für den Hallenbau zu gewinnen, sieht der Rathauschef hier Jobi am Zug. "Er ist der Chef der oberbergischen Kommunen. Ich mache die Gummersbacher Aufgaben, nicht die des Kreises."

Dass eine neue Ballsporthalle nur zusammen mit dem VfL zu realisieren, betonte Helmenstein gestern erneut. Mit VfL-Pressesprecher Thomas Krämer sprach er über die Pläne des Clubs, womöglich alle Spiele in Köln auszutragen. Und bekam Entwarnung: "Das wäre nur eine Interimslösung, bis wir in Gummersbach eine bundesligataugliche Halle haben", weiß er seitdem.

Abgesagt wurde gestern Morgen eine für den Abend angesetzte VfL-Aufsichtsratssitzung, nachdem VfL-Boss Hans-Peter Krämer sich krank gemeldet hatte. Der gescheiterte Hallen-Gipfel sollte auch hier Thema sein. (ar)

OVZ vom 29.03.2007



VFL SUCHT HEIMAT

Kompletter Köln-Umzug ein Thema

Von ALEXANDER HAUBRICHS

Gummersbach – Der geplatzte Hallen-Gipfel beim VfL Gummersbach. Jetzt suchen die Verantwortlichen nach einer neuen Heimat.

Bürgermeister Frank Helmenstein will sich nun bei den Baskets Bonn über deren Hallenprojekt erkundigen: „Wir müssen das hinbekommen, denVfL in der Stadt behalten.“

Doch der schaut sich auch anderweitig um. Erste Gespräche mit der Kölnarena über einen beinahe kompletten Umzug (17 Spiele) haben begonnen – bis am Oberberg eine neue Halle steht.

Arena-Chef Ralf-Bernd Assenmacher: „Neben den Topspielen gibt es auch die kleine Variante mit 8000 Plätzen. Das rechnet sich schon ab 5000 Besuchern, zweitausend Dauerkarten sollten dabei sein.“

express.de vom 28.03.2007





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