Gummersbacher Stadtrat setzt Einkaufszentrum und "Halle" auf die Schiene

Gummersbach - Politiker fassen Beschluss mit großer Mehrheit - Ausschreibungsunterlagen an fünf Anbieter.

Das Projekt ist auf dem Weg. In Gummersbach soll nicht nur ein neues Einkaufszentrum auf dem Steinmüllergelände entstehen, sondern auch eine Multifunktionshalle gebaut werden. Der Gummersbacher Stadtrat fasste heute in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss, die beiden Projekte gemeinsam auszuschreiben. Neun Firmengruppen hatten in der Vergangenheit Interesse am Bau eines EKZ bekundet. Fünf von ihnen erhalten nun die Ausschreibungsunterlagen, um ein Angebot für die große Lösung -Bau eines EKZ und einer Halle - abzugeben. Bis zum 31. März haben die Unternehmen Zeit, ihre Lösungen zu präsentieren. Klar ist, dass die Stadt es am liebsten sehen würde, wenn einer der Anbieter einen bestimmten Teil der Erstellungskosten für die viel diskutierte Halle quasi als „Draufgabe“ liefern könnte, um die Realisierungschancen zu erhöhen.

Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein zeigte sich über die Entscheidung des Stadtrats hoch erfreut. „Das ist ein weiterer Meilenstein für diese Stadt.“ Sicherlich mache die aktuelle wirtschaftliche Lage die Aufgabe nicht leichter, doch müsse man als Team jetzt alles daran setzen, zügig zu Ergebnissen zu kommen. Die sollen sich nach seiner Auffassung jedoch an städtebaulicher Qualität orientieren und nicht an vermeintlich billigen Lösungen. Neben dem Finanzierungsgerüst für den Hallenbau müsse man sich künftig auch über ein belastbares Betreiber- und Nutzungskonzept Gedanken machen, so Helmenstein weiter.

oberberg-aktuell.de vom 17.12.2008



Letzte Chance für die neue VfL-Halle

Gummersbacher Stadtrat stellt heute erste Weichen für Sporthallenneubau

ANDREAS ARNOLD

GUMMERSBACH. Eine Entscheidung darüber, ob der VfL Gummersbach eine neue Sporthalle bekommt oder nicht, fällt heute noch nicht. Dennoch ist das heute Nachmittag anstehende Votum des Stadtrates die Voraussetzung dafür, im kommenden Mai über den Hallenneubau endgültig abstimmen zu können.

Heute muss die Kommunalpolitik in einer Sondersitzung des Rates (Beginn nichtöffentlicher Teil: 17 Uhr) nämlich erst einmal entscheiden, ob eine Sporthalle und das geplante EKZ auf dem Steinmüller-Gelände im Doppelpack europaweit ausgeschrieben werden sollen. Es besteht Einigkeit darüber, dass dieses Vorgehen die vermutlich letzte Chance für eine Multifunktionshalle sein wird.

Bereits seit einigen Wochen machen SPD und CDU kein Geheimnis mehr daraus, dass sie der Huckepack-Variante für die Sporthalle zustimmen werden. SPD-Sprecher Hans-Egon Häring betont aber stets, dass alle Beteiligten ihre Hausaufgaben machen müssen, sprich ihr Geld beisteuern müssen. "Fällt einer aus, müssen die Karten neu gemischt werden", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Bislang hat nur das Land NRW eine verbindliche Zusage gegeben, den mehr als 20 Millione Euro teuren Hallenneubau mit bis zu fünf Millionen Euro zu fördern. Die zweite Säule bilden die lokale Wirtschaft, der VfL und Sponsoren, die von VfL-Aufsichtsratsmitglied Jochen Kienbaum akquiriert werden. Belastbare Zahlen gibt es aber noch nicht. Die Stadt Gummersbach als dritte Säule bringt das Grundstück mit einem Gegenwert von 2,5 Millionen Euro ein. Als vierte Säule gefragt ist der EKZ-Investor, über dessen finanzielles Engagement zurzeit aber noch keine Aussagen gemacht werden können. Für einen späteren Betrieb soll sich der Oberbergische Kreis mit einem jährlichen Zuschuss von gut 100 000 Euro beteiligen.

"Vom Prinzip her wollen wir die Halle", sagt CDU-Sprecher Heinz-Uwe Tholl. Mit einem Blick auf die aktuelle Finanzkrise findet er aber, dass die Entscheidung leider "zur falschen Zeit ansteht". Und er weiß auch noch nicht, wo die bislang fehlenden Millionen Euro herkommen sollen.

OVZ vom 17.12.2008



"Im Herbst 2010 in neuer Halle"

VfL-Spitze stellte das Hallenprojekt den Bürgermeistern vor

GUMMERSBACH. Der ganze Oberbergische Kreis profitiere von dem Neubau einer Multifunktionshalle auf dem Gummersbacher Steinmüller-Gelände. Diese Auffassung untermauerte gestern noch einmal Jochen Kienbaum, Aufsichtsratsmitglied des Hauptnutzers VfL Gummersbach, in der Runde der oberbergischen Bürgermeister, die sich bei Landrat Hagen Jobi zum traditionellen Haushaltsgespräch getroffen hatten.

Zusammen mit dem Vorsitzenden des VfL-Aufsichtsrates, Claus Horstmann, machte Kienbaum bei den Hauptgemeindebeamten Werbung für eine "Multifunktionshalle Oberberg". Wenn es nach Kienbaum geht, dann trägt der VfL sein erstes Heimspiel in einer neuen Halle im Herbst 2010 aus. "Das ist meine Idealvorstellung", sagte er.

Bürgermeister zeigten sich aufgeschlossen

Natürlich sehe auch er, so Kienbaum, dass Gemeinden, die weiter entfernt von Gummersbach liegen, weniger Vorteile von einem Hallenneubau hätten als die unmittelbaren Nachbarn. "Gemeinden wie Morsbach habe ich aber angeboten, dass der VfL dort weitere Handballstützpunkte aufbaut und seine Jugendarbeit in die Region trägt." Und sein Kollege Horstmann bestätigte noch einmal, dass er die Heimat des VfL nicht in Köln, sondern in Gummersbach sieht.

Bürgermeister Frank Helmenstein war am Abend "hoch zufrieden" mit dem Verlauf des Gesprächs. Er habe Chancen, Risiken und den Mehrwert für den ganzen Kreis verdeutlicht. Er habe sich gefreut, wie aufgeschlossen die anderen Bürgermeister für das Thema gewesen seien. Mit ein Grund dafür sei sicherlich auch die gute Arbeit der VfL-Akademie, mit der der Verein schon jetzt 3000 Kinder in der Region erreiche, sagte Helmenstein.

Gummersbach möchte, dass sich der Kreis mit einem kleinen sechsstelligen Betrag an den jährlichen Betriebskosten beteiligt. Dafür sollen die Kommunen im Gegenzug Hallenzeiten für große Events wie Messen bekommen.

Große Wertschätzung für den VfL

"Mittlerweile sind alle mit dem Thema der neuen Halle beschäftigt", sagt Helmenstein. Das zeige, wie groß die Wertschätzung des VfL Gummersbach sei. "Für keinen anderen würde man solche Pirouetten drehen", so der Bürgermeister. (ar)

OVZ vom 27.11.2008



Alle wollen helfen, dass es gelingt

Auch die CDU ist für einen Hallenneubau

ANDREAS ARNOLD

GUMMERSBACH. Jahrelang hat sich nichts oder nur wenig getan, doch jetzt kommt Bewegung in den geplanten Bau einer VfL-Halle auf dem Steinmüller-Gelände. Ob am Ende eine Halle gebaut werden kann, ist allerdings noch immer offen.

Nachdem die SPD vergangene Woche Farbe bekannt hatte, stimmte am Wochenende auch die CDU bei ihrer Klausurtagung einem Bau von EKZ und Sporthalle erwartungsgemäß zu. Allerdings sei dieses "Ja" an drei Bedingungen geknüpft, sagt Fraktionssprecher Heinz-Uwe Tholl. So will auch die CDU sichergestellt wissen, dass die Finanzierung der Halle steht, also auch klare Zusagen von EKZ-Investor, VfL, Wirtschaft und anderen Sponsoren haben, die in die aktuellen Berechnungen eingeflossen sind. Darüber hinaus müsse das Betreibermodel tragfähig und der Neubau sich städtebaulich und architektonisch gut einfügen.

19 Millionen soll die Multifunktionshalle nach neuesten Berechnungen kosten, weitere zwei Millionen kommen für das Grundstück hinzu, das die Stadt einbringen soll. Ein zweites Parkhaus für die Halle mit 500 Stellplätzen verschlingt noch einmal vier bis fünf Millionen Euro. Auf der Habenseite sind bislang aber nur vier bis fünf Millionen Euro Landeszuschüsse gesetzt.

Gummersbach erfüllt alle Voraussetzungen

"Und die bekommt Gummersbach, weil sowohl beim Breiten- als auch beim Leistungssport alle Voraussetzungen erfüllt werden", sagt VfL-Aufsichtsratsmitglied Jochen Kienbaum, der in Düsseldorf mit Sportminister Ingo Wolf verhandelt hat.

Dass er für den Hallenneubau genügend Sponsoren und Spender findet, davon ist Kienbaum fest überzeugt. Viel mehr drückt ihn der Fertigstellungstermin der Halle. Am liebsten wäre es ihm, der VfL würde bereits in der Saison 2010/11 wieder in Gummersbach spielen. "Damit wir aus dem Dilemma mit zu wenig Zuschauern in Köln rauskommen."

Dabei möchte auch Bürgermeister Frank Helmenstein helfen, der in den letzten Wochen viele Gespräche in Sachen Halle geführt hat. So werden auf sein Betreiben VfL-Boss Claus Horstmann und Jochen Kienbaum am 9. Dezember in der Runde der oberbergischen Bürgermeister für eine Beteiligung des Kreises werben. Denkbar sei eine Beteiligung an den Betriebskosten mit einem kleinen sechsstelligen Betrag, sagt Helmenstein und baut auf seine Kollegen.

Genau so wichtig aber ist, dass die Düsseldorfer Kommunalaufsicht - dort sprach Helmenstein mit MdL Peter Biesenbach vor - grundsätzlich nichts gegen einen Hallenneubau hat. Was für eine Stadt ohne ausgeglichenen Haushalt nicht selbstverständlich ist.

OVZ vom 10.11.2008





START SEITE | IMPRESSUM | DIESE SEITE DRUCKEN 
www.GUMMERSBACH-IST-VFL.de