VfL-Halle muss weiter abspecken

GUMMERSBACH. Während Gummersbachs Politik in der letzten Ratssitzung den Bau einer neuen VfL-Halle entweder kategorisch abgelehnt oder zumindest sehr kritisch beleuchtet hat, sprechen die Spitzen von VfL und Stadt inzwischen schon über einen Plan C.

Dabei geht es um einen preiswerten Hallenneubau in Modulbauweise. Dieses Verfahren würde die bisher genannten Baukosten von 10 bis 12 Millionen Euro noch einmal deutlich reduzieren. Acht Millionen hält Bürgermeister Frank Helmenstein für eine „realistische Größe“. Und viel mehr kann Gummersbach wohl auch nicht aufbringen.

Zur Erinnerung: Erst im November vergangenen Jahres hatte die Stadt für eine „abgespeckte Variante“ einer neuen VfL-Halle, den Plan B, geworben. Aus ursprünglich geplanten 17 Millionen Euro für eine Multifunktionshalle auf dem Steinmüller-Gelände wurden 10 bis 12 Millionen.

Förderbescheid noch vor der Landtagswahl?
Allerdings zeichnet sich inzwischen ab, dass weder die Stadt, noch der VfL diese Summe tatsächlich stemmen können. Nach wie vor gesetzt sind 3,5 bis 4 Millionen Euro Landesförderung. Und es könnte gut sein, dass diese Zusage nur noch bis zur Landtagswahl im Mai Bestand hat. Daher will Helmenstein spätestens im April die Sache unter Dach und Fach haben, um noch vor den NRW-Wahlen einen Bewilligungsbescheid in Händen zu halten. Ebenfalls als sicher gelten zwei Millionen für den Verkauf der Namensrechte an der VfL-Halle.

Für die dritte Säule des Finanzierungsmodells zeichnet VfL-Chef Jochen Kienbaum verantwortlich, der sich um Sponsoren aus der Wirtschaft bemüht. Allen Unkenrufen zum Trotz bekräftigte er gestern noch einmal, dass er zwei Millionen Euro garantieren können, mit denen man vier Millionen finanzieren werde. „Die Wirtschaft steht.“

Weiter sagte Kienbaum unserer Zeitung, es sei an der Zeit für einen Beschluss des Rates, dass die Halle gebaut werden soll. Das werde in der Wirtschaft erwartet. „Und dann geht das mit dem Geld auch ganz schnell.“ Eine Halle in Modulbauweise, die nur für den Sport konzipiert wäre, begeistert den Gummersbacher Unternehmensberater allerdings noch nicht. Er wisse, dass sich oberbergische Firmen eine Halle wünschten, in der sie Kongresse und Mitarbeiterveranstaltungen ausrichten können.

Weil die Zeit drängt, wird im Rathaus zurzeit an den unterschiedlichsten Baustellen zur gleichen Zeit gearbeitet. Es gilt so gut wie sicher, dass der Versuch, eine VfL-Halle und ein Shoppingcenter im Huckepackverfahren zu bauen, gescheitert ist. Daher müssen beide Projekte wieder „entkoppelt“ werden. „Damit es bei der Realisierung des EKZ-Neubaus zügig vorangehen kann“, sagt Helmenstein.

Parallel dazu klärt eine kleine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Technischen Beigeordneten Ulrich Stücker, dem neuen VfL-Geschäftsführer Axel Geerken und dem Sporthallenexperten Dr. Claus Binz, ob auch eine Halle in Modulbauweise den Anforderungen des VfL genügt und ob die Stadt damit auch den Richtlinien für eine öffentliche Förderung genügen kann.

Erfahrungen beim Sportstättenbau in Modulbauweise hat unter anderem die Schweizer Firma Nüssli, wo man sich gestern zu den Plänen in Gummersbach nicht äußern wollte. Es gebe zurzeit noch keine Ausschreibung, sagte uns eine Unternehmenssprecherin. Zwar keinen kompletten Neubau, dafür aber die gesamte Event-Infrastruktur lieferte Nüssli für die Spiele der Handball-EM in der Stadthalle von Graz. Der Auftrag umfasste unter anderem den Bau einer Tribüne mit 5000 Sitzplätzen, drei Kameratürmen sowie einem Podest für das Fernsehstudio.

rundschau-online.de vom 25. Februar 2010


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